Kanu-Regatta: Doppelsieg für Franzsika Widmer beim Saisonauftakt in Essen

Montag, 30. April 2018 - 22:16

Nachdem Franziska Widmer diesen Winter fast vier Monate in Neuseeland und Florida trainierte, durfte man erwartungsvoll auf ihren Saisoneinstand blicken. In der Ruhrpott-Stadt Essen ist sie vergangenes Wochenende diesen Erwartungen gerecht geworden. Sie gestaltete die Rennen im Kajak-Einer über 1000m und 5000m jeweils siegreich. Über 1000m konnte sie in einem sehr knappen Zieleinlauf das bessere Ende für sich behalten und distanzierte die Holländerin Jitta van der Laan um gerade einmal 9 Hundertstel. Deutlich klarer fiel das Verdikt am Samstagabend über 5000m aus: 27 Sekunden Vorsprung und mehr holte sie dort auf ihre Teamkolleginnen Livia Haudenschild und Ronja Bühler heraus. Der Schweizer Dreifachsieg ist aber mit Vorsicht zu geniessen – nur gerade fünf Damen starteten über dieses Massenstartrennen. Über die olympischen 200m und 500m zeigte Widmer ebenfalls starke Leistungen. Medaillen gab es jedoch keine weiteren im Kajak-Einer. Über 200m war sie mit weniger als einer halben Sekunde Rückstand jedoch nahe dran. Eine zusätzliche Medaille gewann sie dafür im Zweier mit Livia Haudenschild. Das Duo änderte hinsichtlich der neuen Saison die Positionen. Mit Haudenschild auf Schlag harmonierte der Zweier gemäss der beiden einwandfrei. Über 200m reichte das für Rang drei. Über 500m verpassten sie den gleichen Rang um gerade einmal zwei Zehntel – und das obwohl die Studentin Haudenschild über das ganze Wochenende hinweg mit Atemproblemen kämpfte. Ihr gewohntes Rendement konnte sie deswegen insbesondere in den Einer-Rennen nicht abrufen. Zufriedener mit ihrem Saisoneinstand war die Romanshornerin Ronja Bühler. Sie verpasste zwar die A-Final-Qualifikation über 500m um 13 Hundertstel, aber deutete auf ihr Potenzial hin. War dieser Wettkampf doch ihr erster in der Elite-Kategorie.

Olympiasieger, Absenzen und ein Neuling

Bei den Herren ruhten die Schweizer Hoffnungen auf Andri Summermatter. Der 24-Jährige vom KC Schaffhausen trainiert nun seine zweite Saison als Profi. Neben den Trainingslagern der Nationalmannschaft in Tenero und Florida schloss er sich diesen Winter anderen Trainingsgruppen in Spanien und Deutschland an. Für das Podest reichte es ihm über die 5000m-Distanz. Er musste sich dort einzig dem mehrfachen Weltmeister Max Hoff geschlagen geben. «Das Rennen hat schon viele Körner gekostet», sagte Andri Summermatter nach dem Rennen. Es blieb denn auch sein einziger Podestplatz am Wochenende. Über die olympischen 1000m verpasste er eine zweite Medaille nur knapp: 1,5 Sekunden fehlten dem Viertplatzierten zum Bronze-Platz. Nach seinem ersten Renneinsatz meinte er denn auch, dass er noch an der Einteilung über 1000m zu feilen habe. Nicht minder gute Leistungen gelangen ihm über 500m – jedoch wurden diese noch schlechter belohnt. In einem äusserst harten Semifinal verpasste er die Finalqualifikation. Der danach deutliche Sieg im B-Finale sowie die viertschnellste Tageszeit zeugen von seiner guten Form auch über diese Distanz. Über eine ansprechende Form verfügt auch Maurus Pfalzgraf. Der letztjährige Junioren-EM-Fünfte platzierte sich mit etwas mehr als vier Sekunden Rückstand auf seinen Clubkameraden Summermatter auf Rang 16. Über 1000m hiess es bei ihm im Halbfinale Endstation. «Gegen Olympiasieger wie Max Hoff und Max Rendschmidt zu paddeln, ist ein super Gefühl», meint der 19-jährige Maturand. Seine Leistungen einzuschätzen, falle ihm aber noch etwas schwierig. Da sein Zweierpartner Linus Bolzern aufgrund der Qualifikation für die Heim-WM in der Wildwasserabfahrt abwesend war, fehle etwas der Direktvergleich. Neben ihm verzögerte sich der Regatta-Saisonstart drei weiterer Schweizern: Mit Hannah Müller war eine zweite Paddlerin im Muotathal im Einsatz. Dazu kämpft die Romanhornerin Elisa Breitenbach mit Schulterproblemen und Fabio Wyss kehrt von einer langwierigen Entzündung im Ellbogen erst wieder ins Training zurück. Für ein positives Ausrufezeichen sorgte dafür Team-Neuling Tim Müller. Der gebürtige Deutsche startet seit dieser Saison für die Schweiz. Mit starken Auftritten und ausschliesslich Top-10-Ergebnissen über alle Distanzen empfahl sich der 18-Jährige für höhere Aufgaben. Sprich Europa- und Weltmeisterschaften der Junioren. In der selben Kategorie startete auch der Romanshorner Kilian Mayer. Er erzielte über 1000m Rang 13.

200m

K1 Damen

1. Caroline Arft (GER) 43.52

2. Katharina Köther (GER) 43.72

3. Jitta van der Laan (NED) 43.98

Ferner: 6. Franziska Widmer 44.39, Ronja Bühler im Halbfinal ausgeschieden, Livia Haudenschild im Vorlauf ausgeschieden

K2 Damen

1. Niederlande 40.94

2. Niederlande 42.49

3. Haudenschild / Widmer 43.27

K1 Herren

1. Max Mikosch 36.84

2. Chris Weiland 36.93

3. Alexander Helding 36.94

Ferner: Andri Summermatter im Halbfinal ausgeschieden

K1 Herren Junioren

1. Tom Maassen (GER) 38.57

2. Leon Huge (GER) 39.13

3. Jack Gries (GER) 39.56

Ferner: 5. Tim Müller 40.72

500m

K1 Damen

1. Jule Hake (GER) 1:55.30

2. Katharina Köther (GER) 1:56.01

3. Caroline Arft (GER) 1:56.05

Ferner: 7. Franziska Widmer 2:00.95, Ronja Bühler und Livia Haudenschild im Halbfinal ausgeschieden

K2 Damen

1. Niederlande 1:49.82

2. Niederlande 1:53.30

3. Niederlande 1:53.35

Ferner: 4. Haudenschild / Widmer 1:53.56

K1 Herren 1. Max Rendschmidt 1:39.98

2. Bram Brandjes 1:41.03

3. Frederick Iltz 1:41.20 Ferner

10. Andri Summermatter 1:43.03, 16. Maurus Pfalzgraf 1:47.78

K1 Herren Junioren

1. Jack Gries 1:45.05

2. Niklas Heuser 1:45.27

3. Lukas Erbe 1:47.26

Ferner: 10. Tim Müller 1:51.20

1000m

K1 Damen

1. Franziska Widmer 4:13.44

2. Jitta van der Laan (NED) 4:13.53

3. Verena Leuchtenmüller (AUT) 4:19.12

Ferner: 4. Livia Haudenschild 4:28.57, 6. Ronja Bühler 4:31.89

K1 Herren

1. Max Hoff (GER) 3:36.82

2. Jakob Thordsen (GER) 3:40.22

3. Tobias-Pascal Schultz (GER) 3:43.36

Ferner 4. Andri Summermatter 3:44.98, Maurus Pfalzgraf im Halbfinal ausgeschieden

K1 Herren Junioren

1. Jonas von Döhren 3:50.86

2. Lasse Lausberg 3:52.31

3. Lukas Erbe (GER) 3:52.45

Ferner: 4. Tim Müller 3:55.67

5000m

K1 Damen

1. Franziska Widmer 21:56.10

2. Livia Haudenschild 22:22.94

3. Ronja Bühler 22:31.69

K1 Herren

1. Max Hoff (GER) 18:27.86

2. Andri Summermatter 18:54.86

3. Bram Brandjes (NED) 19:10.27

K1 Junioren

1. Tobias Heuser (GER) 19:30.33

2. Marko Broda (GER) 19:56.03

3. Tim Müller 19:56.53

Ferner: 18. Kilian Mayer 21:44.78

 

 

 

Bericht: Fabio Wyss; Bild: Tom Gasser