Wildwasserrennsport: Gold und Silber für Melanie Mathys!

Donnerstag, 16. Mai 2019 - 10:29

Klassisches Rennen

Nach mehreren Bronze- und Silbermedaillen an Europa- und Weltmeisterschaften in den letzten Jahren, schaffte es die Gesamtweltcupsiegerin der letzten beiden Jahre zum erstem Mal ganz zuoberst aufs Siegerpodest. Im schwierigen Schlussteil wurde es aber noch einmal ganz knapp zwischen der Italienerin Mathilde Rosa und der Schweizerin. Bei der letzten Zwischenzeit vor der Einfahrt in die Sprintstrecke hatte Melanie Mathys noch 1 Sekunde Vorsprung. Im Ziel waren es dann gerade noch zwei Hundertstelssekunden. Dritte wurde die Tschechin Paloudova. Die grosse Favoritin und Dominatorin des letzten Jahres mit fünf Goldmedaillen an der Kanu-WM auf der Muota (SUI), die Tschechin Martina Satkova hatte auf der Strecke Probleme und kenterte. Sie kam erst mit grossem Rückstand ins Ziel.

Bei den Schweizer Herren schaffte Nico Meier sein angestrebtes Ziel einer Klassierung unter den besten Fünfzehn. Im Ziel belegte er trotz einem Fahrfehler im Schlussteil Rang Vierzehn. Sein Bruder Leano verpasste mit Rang 22 an seiner ersten EM eine Topklassierung nur knapp.

Sprint Qualifikation

Die neue Europameisterin Melanie Mathys schaffte die Qualifikation für den Sprintfinal vom Samstag bereits im ersten Qualilauf. Trotz eines groben Fahrfehlers kurz vor dem Ziel, schaffte sie als Fünfte die direkte Finalqualifikation. Die besten Fünf des ersten Laufes sind direkt für den Final qualifiziert, die anderen müssen in den zweiten Lauf. Sie kann sich so in Ruhe auf den zweiten Höhepunkt, den Sprintfinal vorbereiten.

Die beiden Schweizer Herren, Nico und Leano Meier, schafften den Sprung unter die besten Fünfzehn leider nicht. Nico Meier zeigte eine gute Fahrt und hatte bei der Zwischenzeit beinahe eine Sekunde Vorsprung auf den Führenden; leider konnte er diesen Vorsprung nicht ins Ziel bringen und verpasste die Finalqualifikation um sechs Zehntelssekunden.
Leano Meier hatte einen total verpatzten zweiten Durchgang und fiel weit zurück.

Sprint Final

Im zweiten Einsatz an den Europameisterschaften im slowenischen Bovec gewann die Solothurnerin Melanie Mathys die Silbermedaille im Sprintfinal. Sie klassierte sich mit einem hauchdünnen Rückstand von nur gerade vier Hundertstelssekunden hinter der Italienerin Mathilde Rosa auf dem zweiten Rang. Die grosse Favoritin Martina Satkova, die die Sprintqualifikation noch klar dominiert hatte, erwischte auch beim Sprintfinal nicht die optimale Route und musste sich mit dem dritten Platz zufrieden geben. Noch vor einem Jahr bei den Weltmeisterschaften auf der Muota (SUI) gewann die Tschechin fünf Goldmedaillen.

Einen optimalen Tag erwischte die neue Europameisterin über die klassische Distanz, Melanie Mathys. Nachdem sie bei der Sprintqualifikation noch keinen optimalen Lauf fahren konnte, startete sie heute furios und hatte bei der Zwischenzeit bereits eine Sekunde Vorsprung, den sie bis ins Ziel noch weiter ausbauen konnte und eine klare neue Bestzeit fuhr. Auch die Italienerin Mathilde Rosa fuhr praktisch fehlerlos durch den anspruchsvollen Wildwasserparcour und erwischte ausser einem kleinen Fehler am Ende den perfekten Tag. Mit nur gerade 4 Hunderstel setzte sie sich an die Spitze und verdrängte Meli vom obersten Treppchen. Noch war die Medaille nicht sicher, zwei weitere Athletinnen galt es zu schlagen. Die Französin Lise Vinet hatte keinen guten Lauf und kam mit Rückstand ins Ziel. Zum Schluss kam noch die Dominatorin der letzten WM, Martina Satkova CZE. Bei der Zwischenzeit führte die starke Tschechin mit einer halben Sekunde Vorsprung, doch dann schlichen sich kleine Fehler in ihre Fahrt und sie musste sich am Ende mit Bronze begnügen. Damit haben die Schweizerin Mathys und die Italienerin Rosa in den beiden EM-Einzelrennen die Podestplätze getauscht und die zwei Hundertstelssekunden die am Donnerstag Melanie Mathys zum Sieg verhalfen, waren im Sprintfinal jetzt zwei Hundertstelssekunden zugunsten der Italienerin.