Dank der Spitzensport RS zu Spitzenresultaten

Jeudi, 7. février 2019 - 13:54

Ende Oktober rückten drei Kanuten in die Spitzensport-Rekrutenschule ein: Linus Bolzern (KCLU), Maurus Pfalzgraf (KCSH) und Dimitri Marx (KKB). Die SpiSpo-RS, wie sie im militärischen Jargon genannt wird, ist für viele Sportler der Beginn einer Profikarriere. Für die beiden Regatta-Paddler Bolzern und Pfalzgraf soll sie vor allem die Basis für kommende Erfolge sein: «An den U23-Weltmeisterschaften wollen wir im Zweierkajak in die Top-15», sagt Bolzern. Nach dem Aus im Halbfinale letzten Sommer scheint er Blut geleckt zu haben.

Ganz einfach war sein Beginn in die RS nicht. Ob er sie überhaupt absolvieren kann, stand gar auf der Kippe. Zöliakie, eine Krankheit mit der er sich seit dem Kindesalter herumschlägt, erfordert eine spezielle Ernährung ohne Gluten. Normalerweise bedeutet dies militärische Untauglichkeit. Dank einer Ausnahmeregelung kann der 19-Jährige dennoch von der Förderung der Armee profitieren. Diese Unterstützung hinterlässt Spuren: Fortschritte in der Athletik und in der Kraft habe Pfalzgraf bereits bemerkt, nun sollen diese aufs Wasser umgesetzt werden.
Dafür reisen die beiden mit der Regatta-Nationalmannschaft für einen Monat nach Florida. Das ist nicht das erste Trainingslager; im Januar trainierten sie bereits zwei Wochen Langlauf in St. Moritz und eine Woche in Tenero, wo vermehrt gepaddelt wurde. Nur Trainingslager auf Staatskosten – so wäre die Spitzensport RS zu einfach zusammengefasst. In den ersten drei Wochen stand eine militärische Grundausbildung an. «Der Respekt davor war gross, ich wusste nicht, wie ich mit so wenig Schlaf auskommen sollte», sagt Pfalzgraf. Er erhielt in jenen Wochen eine Ahnung davon, wie sich «richtiges» Militär anfühlt, was er ganz spannend fand.

Nach der Grundausbildung in Wangen an der Aare zogen die über 20 Sportler aus den verschiedensten Disziplinen nach Magglingen. Bis Weihnachten wurden sie dort zu Militärsportleitern ausgebildet. Es ist diese Zeit, die den Fünften der Junioren-EM 2017 bislang am besten gefiel: «So viele andere Sportler kennenzulernen, war etwas vom Besten der ganzen RS», sagt Pfalzgraf. Sein Zweierpartner Bolzern meint sogar, profitiert zu haben von diesem Austausch. Kugelstösser oder Schwinger würden gemäss ihm viel fokussierter aufwärmen. «Da konnte ich mir einiges abschauen, um selbst besser mobilisiert ins Training zu starten.»

Die Spitzensport RS dauert noch bis Mitte März. Gleich im Anschluss stehen die beiden an der Startlinie bei den ersten Regatten. Von der RS können sie auch später weiter profitieren, indem sie Trainingslager und Wettkämpfe als bezahlte Wiederholungskurse abrechnen. Um das Hauptziel der Saison 2019 zu erreichen, reicht aber die Schweizer Armee alleine nicht: Der Zweier beantragte in ein Talentförderungsprojekt des Internationalen Kanuverbandes aufgenommen zu werden. Dieses beinhaltet unter anderem ein bezahltes Trainingslager im Vorfeld der U-23-WM in Rumänien.
Beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Sommer.

Bericht: Fabio Wyss
Bild: zvg