Kanu Regatta: Olympic Hopes

Montag, 16. September 2019 - 9:51

Die Olympic Hopes Regatta zieht immer mehr Athleten aus ferneren Nationen an. Dieses Jahr reisten Jungtalente aus 36 Nationen in die slowakische Hauptstadt. Es ist der erste internationale Anlass auf der neugebauten Regattastrecke in Bratislava – und für die beiden Schweizer Athleten Donat Donhauser und Cornel Bretscher das erste Kräftemessen gegen die Stärksten ihres Jahrgangs. Gleich das erste Rennen hatte es in sich: Der Vorlauf über 1000 Meter im Kajak-Zweier zählte zehn Boote, nur die besten sieben stossen ins Halbfinale vor. Das Schweizer Duo wurde Neunte, knapp zwei Sekunden hinter den siebtplatzierten Tschechen. «Gut gekämpft, aber es fehlt noch etwas Power», bilanzierte Nachwuchscoach Tom Gasser den Schweizer Auftritt.
Die Rennen über 500 Meter bestritten beide Athleten im Einerkajak. Knapp 50 Boote zählte das Feld der 17-Jährigen. Wie im Zweier präsentierte sich das Niveau hoch, die Leistungsdichte eng. Der Rapperswiler Donat Donhauser verlor in seinem Vorlauf etwas über vier Sekunden auf den Sieger – Rang sieben. Eine Sekunde fehlt zum Weiterkommen, dementsprechend hadert Donhauser: «Echt schade, es wurde wirklich noch knapp am Schluss.» Für Cornel Bretscher lag eine Halbfinalqualifikation ausser Reichweite. Der Nidwaldner kam nach einer langen Saison nicht mehr recht auf Touren. Er nahm an diversen Regatten teil und wurde Vizeweltmeister bei den Junioren in der Wildwasserabfahrt. Krankheitsbedingte Trainingsausfälle hinterlassen nun wohl ihre Spuren: «Ich habe das Gefühl, dass ich Anfang Sommer noch viel schneller paddelte», meint Bretscher.
Dass beide schnell paddeln können bewiesen sie am abschliessenden Renntag. Und das über ihre nicht bevorzugte Sprintdistanz 200 Meter. Ihr Vorlauf überstanden sie ohne Probleme und im Halbfinale steigerten sie sich nochmals. Sie blieben unter drei Sekunden auf die Sieger; etwas über zwei Sekunden fehlten für die A-Final-Qualifikation. So recht erquicken vermag dieses Resultat aber beide nicht: Leider habe es nur über 200 Meter geklappt, lautet das einhellige Fazit. Diese Distanz ist im Zweier nicht olympisch und auch nicht jene auf die die beiden trainieren. Aber: Über 200 Meter lassen sich Potenziale gut erkennen. Formschwächen haben geringere Auswirkungen als über die hochlaktaziden 500 und 1000 Meter. Und wie sieht der Nachwuchstrainer das Potenzial? «Es ist noch ein weiter Weg, um an einer Junioren-EM oder -WM teilzunehmen. Mit vollem Einsatz kann es gelingen, den Rückstand zu verkleinern», sagt Tom Gasser. Ein Rückstand, der gar nicht mal so gross ist.

Text: Fabio Wyss