Kanumarathon Vierwaldstättersee

Dienstag, 1. Oktober 2019 - 9:02

Am Samstag reisten rund 200 Kanuten nach Buochs zum grössten Schweizer Kanu-Marathon. Und irgendwie war das imposante Feld nicht im Zaum zu halten. «Start in einer Minute», rief Reto Wyss, Starter und Rennleiter in Personalunion ins Megafon, und da paddelte das Feld auch schon los. Neben einheimischen Kanuten genossen Vereine aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien die einmalige Kulisse zwischen Buochs und Brunnen – und das bei goldenem Herbstwetter.

Der ausrichtende Kanuclub Nidwalden initiierte anlässlich der fünften Austragung eine Neuerung im Programm: Neben der klassischen Marathon- und Halbmarathonstrecke konnte der Halbmarathon auch als Staffel absolviert werden. Wyss meint zur erstmaligen Austragung, dass sie mit rund acht teilnehmenden Teams in etwa die Erwartung erfüllten. Etwas schade sei nur, dass die eigentliche Zielgruppe – die Stand-Up-Paddler – nicht auf dieses Angebot reagierte. «Erfreulich ist, dass Kanuten teilnehmen konnten, die sich die Halbmarathonstrecke noch nicht zutrauen.» Ob es die Staffel auch bei der Marathon-Ausgabe Nummer sechs gibt, lässt er offen, aber meint: «gut möglich».

Die Paradedistanz über 42km dominierte der Ostschweizer Matthias Fluri in 3 Stunden 22 Minuten und 43 Sekunden mit einem Start-Ziel-Sieg. Auf den dritten Rang kommt der schnellste Nidwaldner: Fabio Wyss. Nur zwei Frauen trauten sich diese Distanz zu. Darunter Freizeitpaddlerin Anita Dönni – ebenfalls vom KC Nidwalden. Sie wurde Zweite und durfte sich über den «Iheimisch»-Preis freuen. Diese Auszeichnung würdigt herausragende Leistung aus der Zentralschweiz. Die Halbmarathonstrecke brachte nur einen Podestplatz für die Nidwaldner: Das Ennetbürger Geschwisterpaar Luis und Mona Clavadetscher wurde Dritte.In der Zweierkategorie nahmen auch zwei Paraplegiker-Teams teil. Das Interesse am Kanusport scheint für Menschen mit körperlichen Einschränkungen stetig zu wachsen. Eine überraschende Leistung gelang Livia Haudenschild aus Rapperswil-Jona. Sie benötigte für die 21 Kilometer weniger Zeit als das 40-köpfige Herrenfeld.

Resultate:

Marathon (42km)

Herren Kajak Einer

1. Matthias Fluri (Mammern) 3:22:42.96

2. Gernot Willscheid (VFB Friedrichshafen) +1:06.61

3. Fabio Wyss (KC Nidwalden) +5:20.74

Damen Kajak Einer

1. Simone Junker (Surfski.ch) 4:02:16.61

2. Anita Dönni (KC Nidwalden) +2:03:54.62

Herren/Damen Kajak/Kanadier Zweier

1. Max Götzl / Nico Fahrentz (ESV Lok RAS Cottbus) 3:41:01.08

2. Andrea Greber / Oliver Greber (Team Aare) +4:03.84

SUP

1. Stéphane Guillermin (Tropical Genèva) 5:06:52.12

2. Ivan Ureta (Vela Giovane Minusio) +39:27.41

3. Marcel Odermatt (Engelberg) +53:18.60

Halbmarathon (21km)

Herren Kajak Einer

1. Daniel Fleuti (Team Aare) 1:53:00.06

2. Günter Heilinger (Rhein-KC Köln) +0:02.97

3. Lukas Gremlich (KC Rapperswil-Jona) +0:31.31

Damen Kajak Einer

1. Livia Haudenschild (KC Rapperswil-Jona)

1:52:47.30 2. Monika Duc (CC Genève) +16:31.10

3. Amanda Grünig (Soluthurner KF) +21:47.64

Herren/Damen Kajak/Kanadier Zweier

1. Nicolas Werschke / Arne Kraus (ADW Berlin) 1:39:54.15

2. Anne Kurschat / Ardis Luda (RG Sachsen) +3:01.87

3. Luis Clavadetscher / Mora Clavadetscher (KC Nidwalden) +21:02.93

Mannschaftsboote

1. WSV Schwörstadt 1:57:20.21

2. KC Nidwalden +31:50.34

SUP Herren

1. Frédéric Ducry (SUP Club Nyon) 2:39:53.94

2. Chris Carpenter (WSCT Thun) +13:39.21

3. Reto Kunz (Swissmole Team) +17:36.45

SUP Damen

1. Nadine Müller (Rupperswil) 3:34:15.13

Staffel

1. Raphael Muff / Sven Hirzel (KC Rapperswil-Jona) 1:58:53.18

2. Manuela Ruoss / Michael Reber (KC Rapperswil-Jona / KC Nidwalden) +17:42.54

3. Nora Zeder / Glenys Ettlin (KC Nidwalden) +23:08.31

 

Text: Fabio Wyss

Bilder: Neil Smorthit