Kanupolo: Europameisterschaft in Catania

Freitag, 8. Oktober 2021 - 16:30

1. Spieltag

Heute Donnerstag haben die Kanupolo Europameisterschaften im sizilianischen Catania begonnen. Aufgrund der unwetterbedingten Verzögerung starteten alle drei Schweizer Teams gleichzeitig ins Turnier. Für alle gab es Höhen und Tiefen.

Den ersten Schweizer Auftritt hatte das U21-Team von Trainer Pascal Fuhrimann gegen die Niederlande. Die Jungs starteten ambitioniert, jedoch zu wenig konzentiert und lagen Mitte der zweiten Halbzeit 0:4 zurück. Sie kämpften sich noch heran, kamen aber nicht über ein 2:4 hinaus. Auch die Damen bekundeten etwas Startschwierigkeiten, rangen jedoch dank einem Hattrick von Zoé Mindek und zwei Toren von Routinière Franziska Bartelt die Däninnen mit 5:4 nieder.

Die Herren lagen zur Halbzeit mit 3:1 gegen Polen vorne, mussten sich aber am Schluss mit einem Unentschieden gegen Polen zufrieden geben. In ihrem zweiten Spiel legte die U21 gegen Dänemark rasch vor, liefen dann aber Gefahr, das gleiche Schicksal wie die Herren zu erleiden. Schliesslich konnten die Schweizer den Sieg noch mit einem Minimalvorsprung über die Zeit retten.

Am späteren Nachmittag traten die Schweizerinnen gegen Italien an. In einem sehr spannenden Spiel stand es lange Zeit 1:1 unentschieden, mit Vorteilen für das Team um Captain Luginbühl. Ein seltener Fehlpass gab den Italienerinnen 30 Sekunden eine Chance, die sie nicht verstreichen liessen und unsere Damen ins Verderben stürzten. Nach diesem Dämpfer stand für die Schweizer Herren noch ein Pflichtsieg gegen Österreich auf dem Programm. Eine mässig konzentrierte Leistung reichte für einen 7:3 Sieg, der nicht weiter kommentiert werden muss – bis auf das Goal zum 1:4 aus Sicht der Österreicher, wo der Centerspieler einen zu tiefen Schuss mit dem Paddel in Eishockeymanier ins Tor ablenkte.

2. Spieltag

Der Freitagvormittag steht im Zeichen der letzten Vorrundenspiele und der ersten Entscheidungen. Die Damen und U21 konnten ihre Chancen auf den Einzug in die obere Runde leider nicht wahrnehmen und kämpfen nun um die beste noch mögliche Platzierung – Platz 5 bei den Damen und Platz 9 bei der U21. Die Herren meisterten ihre letzte Prüfung der Vorrunde erfolgreich und stehen nun in einer Hammer-Gruppe.

Trotz dem starken Unentschieden, das die Schweizer Damen den französischen Favoritinnen auf den Europameisterschaftstitel abrangen, landeten sie auf dem 3. Gruppenplatz und können nicht mehr um die Medaillen mitreden. Die U21 erwischte wiederum einen schwachen Start in den Tag und gelangten wie schon gestern im ersten Spiel rasch 0:4 in Rückstand. Trotz beherzter Aufholjagd in der zweiten Halbzeit konnte die Niederlage nicht mehr abgewendet werden.

3. Spieltag

Am heutigen Samstag standen für die U21 die letzten Spiele der Endrunde auf dem Programm und für die Herren fiel die Entscheidung um den Finaleinzug. Die Schweizer Damen hatten mit nur einem Spiel ein etwas kleineres, aber doch vorentscheidendes Programm.

Die Herren mussten heute bittere Niederlagen einstecken, zuerst gegen die blitzschnellen Spanier, gegen die man lange gut mithalten konnte, vor Schluss in Rückstand liegend jedoch mehr Risiken nehmen musste und dafür bestraft wurde. Das anschliessende Spiel gegen Deutschland war für die Schweizer eine Lehrstunde in Sachen Fitness und Effizienz. Damit beenden unsere Herren die Zwischenrunde auf dem 4. Platz und spielen am morgigen Schlusstag um Platz 5 – 8.

Nach dem Verpassen der oberen Gruppe galt für unsere Nachwuchssportler das Erreichen des 10. Platzes und somit die WM-Qualifikation für 2022 als Ziel. Gegen Grossbritannien gerieten unsere Jungs wiederum rasch in Rückstand, konnten sich jedoch abermals zurückkämpfen und das 4:4 Unentschieden auch in Unterzahl 2 Minuten vor Schluss verteidigen. In einem weiteren starken Spiel gegen Dänemark drehten die jungen Schweizer abermals auf und holten sich mit dem Sieg auch den angestrebten 10. Platz. Entsprechend gut gelaunt war die Truppe um Captain und Torschützenkönig Livio Vögeli zum Abschluss auch, und so wurden sie auch gefeiert. Die Medaillen holte sich Frankreich vor Spanien und den Niederlanden.

Die Damen kämpften ebenfalls mit grossem Einsatz und rangen Dänemark einen 4:2 Sieg ab. Damit reicht am morgigen Sonntag ein Unentschieden gegen Grossbritannien sicher dafür, dass die Schweizerinnen anschliessend noch um den 5. Platz kämpfen können. Wir drücken weiterhin die Daumen!

4. Spieltag

Der vierte und letzte Spieltag der Kanupolo EM 2021 in Catania (Sizilien) begann mit einer herben Enttäuschung für die Schweizer Damen. Gegen die zuvor in der Zwischenrunde noch sieglosen Britinnen setzte es eine 0:3 Niederlage ab. Auch die Herren mussten das erste Spiel gegen Dänemark preis geben.

Die Damen verpassten mit der morgendlichen Niederlage die Spiele um Platz 5. – 8. und spielten am Mittag gegen Schweden um Platz 9 und 10. Im Spiel taten sich die Schweizerinnen gegen Schweden schwer, konnten sich aber durch ein Tor von Captain Franziska Bartelt kurz vor Schluss den Sieg und somit den 9. Platz sichern.

Text / Bilder: Marius Ammann