Regatta: Junior:innen & U23 WM in Szeged

Montag, 5. September 2022 - 12:26

An der Junioren-WM in Ungarn setzte das Swiss Canoe-Team letztes Wochenende neue Massstäbe für den Schweizer Regattasport. Allen voran Luca Lauper: Der 17-Jährige qualifizierte sich als erster Schweizer Junior seit 2003 für ein A-Finale über eine olympische Distanz. «Für einmal einen Schweizer in einem solch hochkarätigen 1000-Meter-Finale zu sehen, ist schön», würdigte die Kommentatorin des internationalen Livestreams diesen Erfolg.

Aber nur dabei sein, schien nicht das Ziel von Luca Lauper zu sein. Gleich zu Beginn des Rennens setzte sich der Jüngste des Feldes an die Spitze. Auf die weltbesten Junioren büsste er in der Folge noch etwas ein. Wie schon im Semifinal bestach der Athlet des Kanuclubs Rapperswil-Jona mit seinem Endspurt. Schliesslich überquerte der WM-Neuling als starker Fünfter die Ziellinie. Besonders an diesem Erfolg ist, dass der Kantischüler nächstes Jahr nochmals als Junior startberechtigt ist.

Haarscharf an einer zweiten A-Final-Qualifikation schrammten Lauper und seine Clubkollegen Raphael Muff, Fynn Wyss und Sven Hirzel im Viererkajak vorbei. Fünf Hundertstel fehlte dem noch jungen Boot für die besten neun der Welt. Nach dieser Enttäuschung im Halbfinale sagte Lauper: «Jetzt gibt es nur eines: Das B-Finale gewinnen und den zehnten Rang sichern.» Gesagt, getan! Der Vierer zeigte im B-Finale einen starken Start, sparte im Mittelteil Kräfte und überholte im Endspurt die Konkurrenz. Der so erzielte zehnte Platz bedeutet das beste WM-Ergebnis eines Schweizer Juniorenvierers aller Zeiten.

Dies sollte aber nicht die einzige Top-10-Rangierung für den Schweizerischen Kanu-Verband an der WM mit 64 Nationen bleiben. In der neu geschaffenen und noch nicht olympischen Disziplin Kajakzweier-Mixed setzten die KCRJ-Athletin Dina Hänni und ihr Zweierpartner Silvan Diethelm vom KC Romanshorn ein Ausrufezeichen. Dabei hatte das Schweizer Boot im Halbfinale das Hundertstelglück auf ihrer Seite: 16 Hundertstel vor dem Boot aus Litauen schafften die beiden überraschend die A-Final-Qualifikation. In diesem musste das Duo mit Rang 9 vorliebnehmen.

Ebenfalls ein starkes Ergebnis lieferte Silvan Diethelm im Kajak-Einer über die nicht-olympischen, aber stark besetzten 500 Meter. Trotz der dreizehntschnellsten Zeit im Halbfinale verpasste er wegen Los- und Hundertstelpech das B-Finale der besten 18. Im C-Finale revanchierte sich der Romanshorner dafür mit einem Laufsieg – und dem 19. Gesamtrang.

Respektabel paddelte auch sein Clubkollege Maurus Züllig. Beim abschliessenden 5000-Meter holte er sich Rang 16 und eine Rangierung in der ersten Hälfte des Feldes. Nicht ganz so weit nach vorne kam WM-Debütant Donat Donhauser vom KC Rapperswil-Jona. Der einzige Schweizer U23-WM-Fahrer drang aber über die kompetitiven 1000-Meter ins C-Finale vor. Dort konnte der erst 20-Jährige allerdings nicht reüssieren und wurde in der Gesamtabrechnung 27. Er ist aber - wie die meisten Schweizer Junioren - noch länger in der U23-Kategorie startberechtigt, was aus Schweizer Sicht Hoffnung auf die nächste Saison macht.

Auszug der Resultate (Schweizer Finalplatzierungen)

Junioren Kajak-Einer 1000 Meter
1. Zsombor Panyik (HUN) 3:34.76
2. Marcos Caballero (ESP) +1,58
3. Lukas Friedrich (GER) +2,80
Ferner 5. Luca Lauper +4,91

Junioren Kajak-Einer 500 Meter
1. Hunor Tamas Hidvegi (HUN) 1:43.89
2. Matevz Manfreda (SLO) +0,59
3. Marcos Caballero (ESP) +0,65
Ferner 19. Silvan Diethelm +5,35

Junioren Kajak-Einer 5000 Meter
1. Marcos Caballero (ESP) 21:03.71
2. Almos Balazs Aradi (HUN) +2,70
3. Paul Leo Grosser (GER) +19,68
Ferner 16. Maurus Züllig +2:06,85

Junioren Kajak-Vierer 500 Meter
1. Ungarn 1:22,42
2. Deutschland +1,30
3. Belgien +2,02
Ferner: 10. Schweiz (Raphael Muff, Luca Lauper, Fynn Wyss, Sven Hirzel) +5,28

Junioren Kajakzweier-Mixed 500 Meter
1. Ungarn 1:36.26
2. Italien +0,19
3. Australien +2,84
Ferner: 9. Schweiz (Silvan Diethelm, Dina Hänni) +6,54

U23 Kajak-Einer Herren 1000 Meter
1. Adam Varga (Ungarn) 3:29.31
2. Thomas Green (Australien) +0,93
3. Bojan Zdelar (Serbien) +1,84
Ferner: 27. Donat Donhauser +16.32

Bericht: Fabio Wyss